Ostkroatien und Osijek

Ostkroatien ist ein Gebiet, das vor allem für seine Thermalbäder, Schlösser, Weine und den Getreideanbau bekannt ist. Hier lebt man traditionsgemäß von der Landwirtschaft, so dass viele Volksfeste und Bräuche mit dem natürlichen Wechsel der Jahreszeiten und den Feldarbeiten eng zusammenhängen. Wie viel Mühe und Beharrlichkeit die Menschen der Gewinnung von Bodenfrüchten widmeten, kann man am besten nachvollziehen, wenn man in der bekannten Weingegend von Kutjevo einige der hochgeschätzten Archivweine kostet, die aus heimischen Rebsorten hergestellt werden.

In Slawonien findet man noch heute viele Schlösser, Sommerhäuser und Kapellen einstiger Patrizierfamilien. So entstand auch in Virovitica, das 1243 - im selben Jahr wie Zagreb - zur freien königlichen Stadt erhoben wurde, ein Schloss im barocken und klassizistischen Stil, umgeben von einem Graben und einer Parkanlage. Sehenswert sind ferner das in einem schönen Park gelegene Mausoleum der Familie Janković in Suhopolje und das Schloss der Familie Pejačević in Našice, das an der Stirnseite von zwei Türmen flankiert wird und vorwiegend von Eichen umgeben ist. Mancherorts entstanden Schlösser durch den Umbau von mittelalterlichen Burgen, so etwa auch in Valpovo, wo ein Wehrturm erhalten geblieben ist. An der Drau flussaufwärts liegt Donji Miholjac, wo man ein malerisches Schloss im englischen Stil besichtigen kann. Der Ort Bizovac wiederum ist für seine Thermalquellen bekannt, die zufällig im Rahmen von Erdölbohrungen entdeckt wurden, so dass man in der Folge eine Kuranstalt einrichtete. In Brođance bei Bizovac wird in jedem August eine Olympiade alter volkstümlicher Sportarten abgehalten. Sie bietet heute die einzigartige Gelegenheit, Wettkämpfe in traditionellen Geschicklichkeitsspielen zu sehen.

Die größte Stadt dieser Region ist Osijek, das bereits zur Römerzeit besiedelt war. Sein heutiges Aussehen erhielt es im 17. und 18. Jahrhundert, als es zu einer großen und heute vollkommen restaurierten Festung (Tvrđa) ausgebaut wurde, und dann an der Wende zum 20. Jahrhundert, als die Ober- und die Unterstadt zu einer modernen Großstadt verschmolzen und die damalige Bourgeoisie sich mit vielen Jugendstilgebäuden ein Denkmal setzte. Eine ebenso interessante Geschichte weist Slavonski Brod auf, zur Römerzeit eine kleine Siedlung. Die heutige Stadt entwickelte sich um eine Festung aus dem 15. Jahrhundert.

In der Stadt Đakovo ist die neuromanische Kathedrale aus dem 19. Jahrhundert sehenswert; außerdem sollte man sich eine Weinprobe mit Messweinen des Bistums Đakovo nicht entgehen lassen. Vinkovci wiederum geht auf die römische Kolonie Cibalae zurück. Hier wurde Anfang des 4. Jahrhunderts Kaiser Licinius von Konstantin geschlagen. Das gesamte Gebiet um Vinkovci ist reich an geschichtlichen Spuren, besonders aus der Zeit des Mittelalters. Die Volksbräuche und Gastronomie dieses Raums sind in ganz Kroatien bekannt. Besonders sehenswert ist das alljährliche Folklorefestival "Herbst in Vinkovci" (Vinkovačke jeseni). Auch Vukovar an der Donau ist historisch sehr interessant: Hier treffen vorgeschichtliche Spuren und die Tradition aristokratischer und bürgerlicher Lebenskultur späterer Jahrhunderte aufeinander. Sehenswert auch Schloss Eltz aus dem 18. Jahrhundert, das während des jüngsten Krieges in den 90er Jahren stark beschädigt wurde. Die östlichste Stadt Kroatiens ist das pittoreske Ilok an der Donau mit seinem Franziskanerkloster und einem von idyllischer Landschaft umgebenen Barockschloss. Der Aufenthalt in Ilok wird angenehm ergänzt durch die edlen Weine, die auf dem sandigen Boden der Donauufer gedeihen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 
 
 
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Ostkroatien und Osijek