Naturparks - GRÜNE OASEN KROATIENS

Naturparks sind ausgedehnte natürliche oder kultivierte Gebiete mit betont ästhetischen, ökologischen, pädagogischen oder kulturhistorischen Werten, die u.a. zur Erholung dienen. In Kroatien gibt es zehn Naturparks:

BIOKOVO - Dieser Gebirgszug, der sich mit steilen Felswänden über die Küste bei Split erhebt, beherrscht die ganze Gegend. Der höchste Gipfel ist Sv. Jure (1762 m ü.d.M.). Die kahlen zerklüfteten Kalkfelsen, die Karstlandschaft mit kargen Wiesen und Weiden sowie die Einflüsse des Mittelmeer- und Gebirgsklimas prägten die Lebensformen auf dem Biokovo-Massiv, das sich nach der Zahl der hier vorkommenden Endemiten gleich nach dem Velebit-Massiv an zweiter Stelle befindet. Auf Biokovo findet man besondere Waldtypen, vor allem den autochthonen dalmatinischen Schwarzkiefernwald und den Tannen-Jochbaum-Mischwald. Die Tierwelt ist besonders vielfältig, denn die Gegend bevölkern nicht nur Tiere, deren Lebensraum das Gebirge ist, sondern auch solche, die man eher im Küstengebiet antrifft (Gämsen, Wölfe, Steinhühner, Steinadler, Schlangenadler, Seeschwalben und viele andere). Von den Anhöhen des Biokovo bietet sich ein herrlicher Ausblick auf das Küstengebiet, die Inseln und das Landesinnere.

KOPAČKI RIT - Dieses Auen- und Sumpfbiotop an der Draumündung ist einer der größten Laichplätze und eines der bedeutendsten Sumpfvogelreservate in diesem Teil Europas. Hier nisten zahlreiche Vogelarten (Schreiadler und Wanderfalke), doch auch Wildtiere sind zahlreich vertreten (Hirsche, Wildschweine und Fischotter). Ein kleinerer Teil des Naturparks (7.000 ha) wurde zum Tierschutzgebiet erklärt.

LONJSKO POLJE - Auenlandschaft im Flusstal der Save, in der zahlreiche Niederungswälder vertreten sind, v.a. Stieleichen- und Hainbuchenwälder in etwas höheren Lagen, tiefer gelegene Stieleichen- und Ginsterwälder, Stieleichen- und Eschenwälder sowie Grauerlen-, Eschen-, Pappel- und Weidenwälder in den Landsenken. Die Vielfalt der Tier- und Pflanzenarten ist auf die Auenwälder, die feuchten Wiesen und Weiden zurückzuführen. Wegen der vielen hier lebenden Vogelarten wurde Lonjsko polje zum Vogelschutzgebiet erklärt. Die Vogelschutzgebiete "Krapje-Đol" und "Rakita" sind als Nistplätze des Löfferreihers, des Fischreihers und anderer Sumpfvögel bekannt. Interessant ist auch die traditionelle Holzbauweise der Häuser im Savetal sowie die Vielzahl der autochthonen Tierarten (eine Kaltblütler-Pferde-, eine Hausschwein- und zwei Hunderassen).

MEDVEDNICA - Massiv (1035 m ü.d.M.) nördlich von Zagreb mit acht Waldreservaten und zahlreichen Kulturdenkmälern (mittelalterliche Burg Medvedgrad, Muttergotteskapelle unterhalb des Gipfels Sljeme, Jakobskapelle u.a.). Medvednica ist auch in geologischer Hinsicht interessant. Bekannt sind auch die Höhle Veternica und die so genannten "französischen Galenit-Bergwerke". Die Hänge sind überwiegend mit Buchen, Tannen (ab 750 m), Hainbuchen, Eschen, Traubeneichen und Kastanien in höheren Lagen sowie Traubeneichen und Hainbuchen in den niedrigeren Lagen bewachsen. Die Wiesen bei Ponikve, der Felswand Počovje und dem Pfad Horvatove stube weisen eine besonders große Pflanzenvielfalt auf. Medvednica ist die "grüne Lunge" der kroatischen Hauptstadt und ein vielbesuchter Ausflugsort.

TELAŠĆICA - ist eine tief eingeschnittene Buch im Südteil der Insel Dugi otok, der einige Inselchen - eine Fortsetzung der Kornaten - vorgelagert sind. Die zum offenen Meer gewandte Seite ist besonders steil und endet mit hohen Kliffen (180 m). In der Nähe liegt der Salzwassersee Mir - eine besondere Attraktion. Das Landschaftsbild ist überwiegend durch das aus mehreren Kalksteinschichten bestehende sanfte Relief mit im Karst zerstreuten Weiden geprägt, die sich besonders kontrastreich von der strahlend blauen Meeresoberfläche abheben. Die Bucht wird oft von Seglern und Urlaubern besucht.

VELEBIT - das größte Gebirgsmassiv in Kroatien, das sich entlang der Adriaküste von der Ortschaft Vratnik bis zur Quelle der Zrmanja in einer Länge von 145 Kilometern erstreckt. Seine Fläche beträgt 200.000 Hektar (38,2 Prozent der Naturschutzgebiete in Kroatien). Hier befinden sich der Naturpark Paklenica und der Nationalpark Nord-Velebit sowie einige Naturschutzgebiete (Botanisches Reservat, Naturwaldreservat). Im Naturpark Velebit sind auch geomorphologische und paläontologische Naturphänomene sehr ausgeprägt. Zahlreiche Tier- und Pflanzenarten (darunter viele Endemiten) stehen unter Naturschutz. Um diese Vielfalt zu bewahren und die natürlichen Prozesse zu beobachten, wurde das Velebit-Massiv 1978 von der UNESCO zum Biosphären-Reservat erklärt.

UČKA - schmales und hohes Gebirgsmassiv (1401 m ü.d.M.), das Istrien von der Kvarner-Region trennt und sich fast senkrecht zum Dinarischen Gebirge und dem angrenzenden Massiv Ćićarija erstreckt. Das Massiv besteht überwiegend aus Kalkgestein, im Gipfelbereich liegt die Kalkkappe jedoch auf einer Flysch-Schicht. Die Hänge bestehen aus Dolomit- und Kalkgestein und wechseln sich mit Karstformationen ab, die durch Erosionskräfte entstanden sind. Die Buchten Moščenićka draga und Lovranska draga sind tief in die südwärts gerichtete Seite eingeschnitten. Auf der Festlandseite liegt das ebenfalls tief ins Massiv gegrabene Engtal Vela draga. Das Klima hat sich günstig auf die Vegetation ausgewirkt, so dass üppige Weißbuchen-, Lorbeer und Kastanienwälder überwiegen. In Opatija und Lovran wurden schöne Parkanlagen angelegt. Hier kommen auch viele Buchenwälder und Nadelhölzer vor. Auf den Felsen und in den Karsttrichtern gedeihen verschiedene Pflanzen-Endemiten; auch karge Weiden nehmen eine relativ große Fläche ein. Vom Gipfel der Učka bietet sich ein herrlicher Ausblick auf die Kvarner-Bucht und die Inseln; bei schönem Wetter kann man bis zu den norddalmatinischen Inseln und zum Velebit-Massiv, bis nach Istrien, Gorski Kotar und nach Slowenien sehen.

ŽUMBERAK und SAMOBORSKO GORJE - im Gegensatz zu anderen Massiven der Pannonischen Tiefebene, die dicht bewaldet sind, trifft man hier in Höhenlagen von 800 Metern auf Dörfer mit Wiesen, Weiden und kleinen Äckern. Der höchste Gipfel ist Sv. Gera (1178 m ü.d.M). Das Relief ist durch viele Täler und Flussläufe gegliedert, was auf die überwiegenden Dolomitgesteine und Sandsteinplatten zurückzuführen ist. Hier liegen das Waldreservat Japetić, das botanische Reservat Gradna und das Landschaftsschutzgebiet Slapnica. Viele vom Aussterben bedrohte Pflanzenarten, die hier vorkommen, wurden unter Naturschutz gestellt. Auch zahlreiche Tierarten sind in dem Gebiet beheimatet. Ferner findet man Kulturdenkmäler und archäologische Fundstätten. Diese malerische Landschaft wird oft von Bergsteigern und Pilgern besucht und von Touristen, die ihre Ferien auf dem Bauernhof verbringen.

PAPUK - ein größeres Massiv des Slawonischen Gebirgszugs, dessen Nordseite den Talkessel Požeška kotlina umschließt. Das mit Buchenwald und Birken bewachsene Massiv besteht überwiegend aus Eruptivgestein und Metamorphiten sowie teilweise aus Kalkstein und Dolomit. Die höchste Erhebung liegt unter 1000 Metern. In den trockenen Biotopen an den Bergkämmen überwiegen Stieleichen, an den wärmeren Südhängen kommen Kastanien, Stieleichen und Hainbuchen vor. An den geschützten Südhängen wachsen auf dem Kalkstein- und Dolomitgrund auch Steineichen und Jochbäume, während in den höheren Lagen im westlichen Teil Buchen- und Tannenwälder vorkommen. Wegen der geologischen Zusammensetzung des Reliefs und der üppigen Vegetation gibt es auch zahlreiche Quellen und Flüsse. An den südlichen Hängen liegen bis in einer Höhe von 500 Metern Weinberge. Das Naturschutzgebiet umfasst das geomorphologische Denkmal Rupnica, das Waldreservat Sekulinačka planina (Tannen) und die Waldlandschaft Jankovac. Beliebte Ausflugsorte in dieser Gegend sind Zvečevo, Đedovica und Vočin, das Kurbad in der Ortschaft Velika sowie die Berge Lapjak und Duboka.

VRANSKO JEZERO - der größte natürliche See mit einer Fläche von 3.000 Hektar, etwa 14 Kilometer lang und zwei Kilometer breit; Tiefe unter fünf Meter. Die Gesamtfläche des Naturparks beträgt 5.700 Hektar. Das nordwestliche Ufer ist dicht mit Schilf bewachsen. Hier liegt ein Vogelschutzgebiet, in dem außer großen Reiherkolonien vor allem Ibisse nisten. Da der fischreiche See mit dem Meer verbunden ist, kommen hier neben den Süßwasserfischen (Karpfen, Wels, Schlei, Bauerkarpfen, Aal und Rotauge) auch Seefische wie Seebarsch, Meeräsche und Seezunge vor. Wegen der Nähe zum Meer und dem milden Klima lassen sich hier während der großen Winterwanderung zahlreiche Sumpfvögel nieder.

 
 
 
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