Dalmatien ist eine der ältesten regionalen und geographischen Bezeichnungen in diesem Teil Europas und bezieht sich auf einen 400 Kilometer langen Küstenstreifen von Novigrad Paklenica bis zum Kap Oštro an der Landzunge Prevlaka.
Dalmatien besteht aus drei natürlichen geographischen Einheiten: den Inseln, der Küste und dem gebirgigen Hinterland (Dalmatinska Zagora). Der Küste sind mehr als tausend Inseln, Inselchen und Riffe vorgelagert. Die reich gegliederte Küste ist im Bereich des Fremdenverkehrs zugleich der größte Vorteil dieser Region.
Das Karstrelief mit Karsthochebenen, die durch trockene steilwandige Dolinen und zahlreiche andere Karstformationen, wie Karren (Schratten), Uvalas, Poljen, Schlotten oder Erdorgeln unterbrochen werden, ist hier besonders stark ausgeprägt. Die schönsten Karsthochebenen befinden sich entlang der Flussläufe der Krka, Čikola und Cetina.
Eine weitere Besonderheit Dalmatiens sind die von den Flüssen Krka bis Neretva, auf den Inseln und in der Konavle-Ebene verbreiteten Karstfelder, Flysch-Hügel und Dolinen. Interessant auch die Karstphänomene, die durch das Anheben des Meeresspiegels nach der letzten Eiszeit (um etwa 100 Meter) entstanden sind, so dass man heute entlang der Küste Hunderte von unterirdischen Süßwasserquellen (kroat. vrulja) entdecken kann (z.B. bei Starigrad am Fuß des Velebit-Gebirges und bei Omiš), ebenso wie vom Meer überflutete Grotten (Biševo, Rogoznica u.a.) und Salzwasserseen (Dugi otok, Mljet, Lokrum).
Die Küste Dalmatiens mit ihren mehr als tausend Inseln und Riffen liegt an der Adria - dem schönsten Bereich des Mittelmeers. In unmittelbarer Nähe der am weitesten vorgeschobenen Inseln ist das Wasser am klarsten und bis zu 56 Meter tief. In Richtung des offenen Meeres fällt der Grund bis 200 Meter ab; die größten Tiefen (1400 Meter) wurden in der Südadria gemessen. Die kroatische Adriaküste ist steinig und plattenförmig, mit vielen kleinen und großen Buchten, mit Sand- und Kiesstränden, so dass man sich dort sehr gut erholen, baden und sonnen, aber auch Wassersport und Fischfang betreiben kann. Die größten Flüsse Dalmatiens sind Neretva, Cetina, Krka und Zrmanja - an vielen Stellen sind sie für Floßfahrten und Rafting besonders gut geeignet.
Für Touristen, aber auch für alle, die sich für Geologie interessieren, sind die Seen der Region ein besonderer Anziehungspunkt: Modro jezero und Crveno jezero am Rande zweier Karstschluchten in der Nähe von Imotski, der See Zmajevo jezero (Drachensee) bei Rogoznica und der See Mir auf der Insel Dugi otok. Der größte kroatische See, Vransko jezero bei Biograd, ist mit dem Meer verbunden. Die bekannteste und schönste Grotte unter den zahlreichen Grotten entlang der Küste ist die Blaue Grotte (Modra špilja) auf der Insel Biševo.
In Dalmatien gibt es vier Nationalparks (Kornati-Inseln, Paklenica, Krka und Mljet), drei Naturparks (Velebit, Telašćica und Biokovo), aber auch besondere Naturschutzgebiete - geomorphologisch wichtige Flußlandschaften (Krčići, Zrmanja und Čikola), Fischschutzgebiete (die Flüsse Vrlika und Jadro), Vogelschutzgebiete (der See Vransko jezero sowie Prud, Pod Grede, Orepak und Kuti bei Metković) sowie unter Naturschutz stehende Sumpfgebiete (das Neretva-Delta, die Bucht bei Mali Ston) usw.
Einzigartig sind auch die Waldschutzgebiete (Lokrum und Velika dolina), die Landschaftsschutzgebiete (Trsteno, Marijan, Koločep, Predolac u.a.), die Hortikulturdenkmäler (Arboretum Trsteno) sowie zahlreiche geologische und geomorphologische Naturdenkmäler (die Inseln Brusnik und Jabuka, Modra špilja, die Blaue Grotte), Zlatni rat auf der Insel Bol, die Quelle des Flusses Cetina, Crveno jezero und Modro jezero (der Rote und der Blaue See) sowie zahlreiche Grotten und Höhlen.
In Dalmatien stehen drei Denkmäler unter dem Schutz der UNESCO: der Diokletianpalast in Split, die Altstadt von Dubrovnik und der Jakobsdom in Šibenik.
Typische Speisen und Getränke
Wie andere regionale Küchen in Kroatien, so hat auch die dalmatinische Küche mit ihren vielen Meeresfrüchte-Gerichten so manche Besonderheiten. Fisch, Muscheln und Schalentiere werden auf tausend verschiedene Arten zubereitet, aber immer mit aromatischem Olivenöl. Die Fleischgerichte haben den bestechenden Geschmack der Kräuter dieser Region. Die dalmatinischen Weine sind stark, so dass sie fast immer mit Wasser verdünnt (Bevanda = Weinschorle) getrunken werden. Die bekanntesten dalmatinischen Weißweine sind: Pošip, Zlatan otok, Žutina, Maraština, Grk, Kujundžuša, Bogdanuša, Kumpanija; die Rotweine: Opolo, Dingač, Plavac, Babić, Kaštelet, Vranac žuljana. Nicht zu vergessen der Dessertwein Prošek. In Dalmatien wird auch hausgebrannter Schnaps angeboten: Lozovača (Grappa), Travarica (Kräuterschnaps) sowie Schnaps mit Sauerkirschen, Feigen u.ä.
Aktivurlaub
In Dalmatien ist das Sportangebot besonders groß. Fast alle Hotels, Marinas und Campingplätze haben Tennisplätze. Schwimmen, Tauchen und andere Wassersportarten sind besonders beliebt. Taucher finden zahlreiche interessante Reviere, gleichzeitig werden auch Kurse für diejenigen angeboten, die mit der Erforschung der Unterwasserwelt erst beginnen. Das Meer um die Halbinsel Pelješac und die Inseln bei Zadar sind besonders fischreich.
Dalmatien errstreckt sich auf drei große Gebiete: Norddalmatien mit den regionalen Zentren Zadar und Šibenik, Mitteldalmatien mit der zweitgrößten kroatischen Stadt Split und Süddalmatien mit dem regionalen Zentrum Dubrovnik.
Norddalmatien – Zadar
Dieser Teil Kroatiens ist vor allem durch landschaftliche Vielfalt geprägt. In der Nähe liegen die Nationalparks Paklenica und Plitvička jezera (Plitvicer Seen), die naturbelassenen Inseln und Inselchen sowie die Stadt Zadar mit ihrer Altstadt und ihrem reichen Kulturerbe. Die auf einer Halbinsel gelegene Altstadt ist ein Denkmal des kroatischen Städtebaus, und als solches gehört Zadar zu den bedeutendsten Städten Kroatiens.
Aber Zadar könnte ohne sein Hinterland nicht funktionieren und ebenso undenkbar wäre es ohne seine Inseln und Inselbewohner, die täglich in "ihre Stadt" eilen. Das tief in die Felsen eingeschnittene Flusstal der Zrmanja nordöstlich der Stadt ist fester Bestandteil des zu Zadar gehörenden Hinterlands und der adriatischen Landschaft, wo sich die Zrmanja mit den Meerbusen Karinsko more und Novigradsko more vermischt.
Andererseits verleiht die Verbindung mit den Inseln Zadar eine unbestrittene Vitalität. Man sollte sich wirklich Zeit nehmen und mit dem Schiff durch diese Wasserwelt fahren: zunächst zu den der Stadt am nächsten liegenden Inseln Sestrunj, Ugljan, Veli und Mali Iž, Dugi otok und Pašman. Wer jemals hier war, der ist bezaubert von den anmutigen kleinen Ortschaften, den reizvollen Inselchen und den verträumten Fischerdörfern, und gewiss ist er länger geblieben als vorher geplant.
Norddalmatien – Šibenik
Der Blick auf die Stadt Šibenik ist sehr eindrucksvoll, wenn man den Hafen durch den St.-Anna-Kanal anläuft - vorbei an der St.-Nikolaus-Festung, dem Werk des bekannten italienischen Festungsbaumeisters der Renaissance, Michele Sanmicheli. Dahinter breitet sich auf einer Anhöhe die Stadt aus, die im Jahre 1066 zum ersten Mal erwähnt wurde und bis zum letzten Quadratmeter mit sich eng aneinander schmiegenden Häusern bebaut ist. Beim Spaziergang in Gradina, dem ältesten Stadtteil, kann man die mittelalterliche Atmosphäre noch überall spüren. Das Wachstum der Stadt und die Änderung der Baustile sind an den Gebäuden anderer Stadtteile abzulesen. Die Stilentwicklung ist auch am bedeutendsten Gebäude in Šibenik, dem St.-Jakobs-Dom, bemerkbar, der im Laufe des 15. Jahrhunderts errichtet und vor kurzer Zeit in das UNESCO-Verzeichnis des Weltkulturerbes eingetragen wurde. Der im Übergangsstil von der Gotik zur Renaissance entstandene Dom ist ein architektonisches Meisterwerk von Juraj Dalmatinac und wurde von Niccolo Fiorentino (kroat. Nikola Firentinac) vollendet. An der Außenwand der Apsis befindet sich ein Fries mit 74 in Stein gemeißelten Porträtköpfen, die vermutlich die damaligen Bewohner von Šibenik darstellen sollen. Die Kuppel der Kathedrale ist ebenfalls etwas Besonderes - sie besteht aus gefalzten Steinplatten. Die meisterhafte Interpretation verschiedener Baustile erlebt ihren Höhepunkt in der Taufkapelle, die sich in der Krypta unter der Südapsis befindet.
Das südländische Flair kann man überall auf den Straßen von Šibenik spüren, besonders abends, wenn die Lieder der A-capella-Chöre (kroat. klapa) erklingen. Man sollte unbedingt auch die edlen Weine aus den umliegenden Bergen probieren, die von den Winzern besonders aus der Umgebung von Primošten bearbeitet und seit Jahrhunderten gepflegt werden. Jedes Stückchen fruchtbaren Bodens wird in diesem kargen Gelände genutzt. An heißen Tagen kann man im Schatten der Maulbeerbäume in Skradin ausspannen, in Primošten den hervorragenden luftgetrockneten Schinken (Pršut), hausgemachten Käse und den bekannten Babić-Wein kosten oder sich in Rogoznica erfrischen.
In diesem Gebiet liegen auch die zwei schönsten Nationalparks: die Krka-Wasserfälle und die Kornati-Inseln. Die besonders reizvolle Landschaft um den Visovac-See (Visovačko jezero), wo sich eine kleine Insel mit einem Franziskanerkloster befindet, sind ebenfalls lohnende Ausflugsziele unweit von Šibenik.
Der Kornaten-Archipel besteht aus 125 Inselchen und Riffen und bildet ein lang gestrecktes, seewärts gerichtetes Bollwerk mit senkrechten Felsen, die eine Höhe von 100 m und mehr erreichen. Dieses geomorphologische Phänomen ist eine der faszinierendsten Meereslandschaften und noch immer naturbelassen, denn außer zwei kleinen Orten auf der größten Insel sind alle anderen Eilande unbewohnt. Man muss das tiefe, durchsichtige Wasser in den Buchten und die einsamen Riffe erleben, wo eine Ruhe herrscht, wie sie sonst nur noch selten vorkommt. Diese Inselwelt bietet immer neue Ansichten, in denen sich Festland und Meer begegnen - Bilder, die einzig von weißen Segeln belebt werden, die sich langsam in der Sonne bewegen. Aber die Kornati-Inseln sind nicht nur ein Naturphänomen - auch die Menschheitsgeschichte hat hier ihre Spuren hinterlassen. Zu bewundern sind beispielsweise die Fundamente einer römischen Villa in Mala Proversa sowie die Reste der altchristlichen Marienkirche und einer byzantinischen Festung auf der größten Insel Kornat. Viele Klippen und Riffe sind namenlos, aber manche tragen ihrer Gestalt entsprechende, ungewöhnliche Namen: Klobučar (Hut), Balun (Ball), Košara (Korb), Mrtvac (Toter). Es wird erzählt, dass die immer zu Späßen aufgelegten Bewohner der Insel Murter den österreichisch-ungarischen Landvermessern diese Namen diktiert haben.
Mitteldalmatien – Split
Dank der warmen Meeresströmung dauert die Badesaison hier von Mai bis Ende September. Das Klima, die herrliche Küste mit einer Reihe von wunderschönen Inseln, die römischen Denkmäler sowie die Architektur des Mittelalters und der Renaissance machen dieses Gebiet zu einem der schönsten in ganz Kroatien. Split, die zweitgrößte Stadt des Landes, ist das Herz Mitteldalmatiens und sein wichtigster Verkehrsknoten. Unbedingt muss man den aus weißem Marmor errichteten Diokletianpalast besichtigen, der zu den bedeutendsten römischen Denkmälern überhaupt gehört. Er ist im UNESCO-Verzeichnis des Weltkulturerbes eingetragen ebenso wie die unweit von Split liegende Stadt Trogir, die einen Tagesausflug auf alle Fälle wert ist. Unweit von Split liegt auch Solin, das die Tradition des antiken Salona, der größten römischen Stadt an der Ostküste der Adria, fortführt. Es wurde im 7. Jahrhundert während der Invasion der Slawen und Awaren vollkommen zerstört. Das kroatische Solin hat jedoch niemals das Niveau des antiken Salona erreicht, unter anderem auch deshalb, weil es im Laufe der Zeit seine einstige Vorrangstellung an das nahe Split verlor, das damals auf den Bereich innerhalb der Palastanlagen des römischen Kaisers Diokletian zusammenschrumpfte. Hier siedelte sich die romanische Bevölkerung an, die aus Salona geflüchtet war. Später errichteten auch kroatische Siedler hier ihre Häuser. Aus dem ehemaligen römischen Kaiserpalast entstand so allmählich eine Stadt, und Solin blieb Vorstadt. Der Weg von Trogir nach Split führt durch Kaštela, eine Reihe von sieben miteinander verbundenen Ortschaften, die ursprünglich um mittelalterliche Kastelle herum entstanden sind. Die Kastelle wurden während des 15. und 16. Jahrhunderts von weltlichen und kirchlichen Feudalherren aus Trogir und Split zum Schutz gegen die Türken errichtet. Wie im Fall des Diokletianpalasts boten die Kastelle den Bewohnern auch hier einen sicheren Zufluchtsort, um den herum später eine Siedlung entstand.
Sieht man einmal von Zadar ab, so hinterließen die Jahrhunderte nur selten derart deutliche Spuren der Verschmelzung verschiedener Kulturen wie in Split. Vom Peristyl des Kaiserpalastes führt eine Treppe zum ehemaligen Diokletianmausoleum, der heutigen St.-Domnius-Kathedrale (Sveti Duje). Um den Innenraum dieser einst heidnischen Grabstätte zu betreten, passiert man zunächst die romanischen Türflügel - eine herrliche Schnitzarbeit des Meisters Andrija Buvina. Das Mausoleum wurde später von den Christen umgebaut und ist noch heute eines der bemerkenswertesten Sakralobjekte in Dalmatien. Auch hier hat Juraj Dalmatinac ein Meisterwerk geschaffen: den Altar des hl. Anastasius mit dem Relief Geißelung Christi, das man aufgrund seiner Stilmerkmale als Werk der Hochrenaissance einstufen kann. Der Meister hatte - offensichtlich inspiriert von dem für die Renaissance typischen Interesse an der antiken Skulptur - nach der langen Vorherrschaft der flachen Form im Mittelalter wieder das antike Interesse für das Körperliche entdeckt. Über dem Gebäudekomplex dominiert der harmonische romanische Glockenturm als Ausdruck des endgültigen Sieges der mittelalterlichen über die antike Zivilisation - und folglich auch als Symbol des Christentums. Er ist aber ebenso ein Ausdruck ihrer wechselseitigen Durchdringung.
Am Beginn der Neuzeit dehnte sich Split außerhalb der Palastmauern nach allen Seiten aus. Es entwickelte sich zu einer modernen Stadt am Fuße des Marijan-Berges. Aber wie die meisten Adriastädte ist auch Split eng mit dem Meer und seinen Inseln verbunden. Zwar ist jede der mitteldalmatinischen Inseln eine Welt für sich, doch die meisten sind an Split orientiert. Die der Stadt am nächsten liegende Insel Šolta ist eine kleine Perle, deren Buchten man von der Meerseite entdecken sollte. Stomorska oder Nečujam, wo bereits die Höflinge Kaiser Diokletians ihre Ferien verbrachten, sind auf jeden Fall einen Besuch wert. Für die Buchten begeisterten sich später auch die Dichter der Renaissance. Es ist ein herrliches Erlebnis, im Morgengrauen nach Brač auszulaufen oder in der Abenddämmerung den Kanal von Hvar zu überqueren. Sehenswert ist auch die Ortschaft Škrip auf der Insel Brač mit ihrer barocken Miniaturkirche oder die Einsiedelei Blaca mit zahlreichen Eremitenbehausungen. Stari Grad auf Hvar sollte man ebenso besuchen wie die Sommerresidenz des Dichters Hektorović im Städtchen Hvar, wo die Begeisterung für den Humanismus noch heute spürbar ist. Ein Highlight im Hauptort der Insel ist auch das Anfang des 17. Jahrhunderts eröffnete Stadttheater, das im Arsenal-Gebäude untergebracht ist. Lohnenswert außerdem der Ausflug nach Jelsa oder Vrboska auf der Nordseite der Insel. Von den Bräuchen sind vor allem die Passionsprozessionen auf Hvar, Šolta und Brač interessant, die in der Nacht von Karfreitag auf Karsamstag stattfinden. In der Ortschaft Komiža auf Vis wird alljährlich ein Volksfest zu Ehren des hl. Nikolaus veranstaltet, dessen Höhepunkt die Verbrennung eines traditionell gebauten einstigen Fischkutters (Gajeta) ist. Von Komiža oder Vis aus kann man mit dem Boot das Inselchen Biševo erreichen, das für seine Blaue Grotte (Modra spilja) bekannt ist, ein einzigartiges Naturphänomen. Wer sich in den Gewässern von Split aufhält, sollte auf jeden Fall auch einen Abstecher zu dem unbewohnten Inselchen Jabuka mit seinen senkrechten, fast 100 Meter hoch aufragenden schwarzen Felsen machen. Wenn man zudem bedenkt, dass der Diokletianpalast aus dem berühmten weißen Marmor von Brač erbaut wurde, dass das Stadttheater von Hvar bereits zu Beginn des 17. Jahrhunderts eröffnet worden ist, dass der Renaissance-Dichter Hektorović in seinen Versen das Leben am Meer meisterhaft besungen hat, dann vervollständigt sich das Bild vom kulturellen Leben und Schaffen auf den mitteldalmatinischen Inseln, auf denen der Mensch die Gaben der Natur geschickt zu nutzen wusste.
Süddalmatien – Dubrovnik
Das Stadtbild von Dubrovnik ist vor allem durch schmale Gassen, kleine Läden und Straßencafés in der einzigartig schönen Altstadt geprägt. Viele Gebäude stehen unter dem Schutz der UNESCO, denn die Altstadt von Dubrovnik wurde zum Weltkulturerbe erklärt. Besonders lebhaft ist Dubrovnik während der Sommerfestspiele, die seit 1950 alljährlich vom 10. bis 25 August stattfinden. Während dieser Zeit verwandelt sich die gesamte Stadt mit all ihren Plätzen, ihren Kirchen und herrlichen Palästen in eine einzige Theaterbühne.
Man sollte sich der Stadt von Rijeka Dubrovačka aus nähern. An den sanften Ufern einer fjordähnlichen Bucht errichtete der Dubrovniker Stadtadel vom 15. bis zum 17. Jahrhundert prächtige Landhäuser im vornehmen europäischen Baustil. Die Bürger von Dubrovnik, die jahrhundertelang wortwörtlich an der Grenze zwischen West und Ost lebten und dank ihres diplomatischen Geschicks ihre Selbstständigkeit zu wahren und ihren Wohlstand zu mehren wussten, errichteten in der Blütezeit der Republik zahlreiche Sommerresidenzen vor den Toren der Stadt. Diese Bauten setzen einzigartige Akzente in einer üppigen Landschaft, die in Nachbarschaft zum ruhig fließenden Gewässer wie gebändigt erscheint. Dem Betrachter vermitteln die heute still und verlassen liegenden Landhäuser den Eindruck eines harmonischen Zusammenlebens von Mensch und Natur. Diese Harmonie resultiert aus den während vieler Jahrhunderte gewachsenen mediterranen Gewohnheiten und einer gewissen vornehmen Zurückhaltung, die auch in Dubrovnik auf Schritt und Tritt spürbar ist: in jeder Straße, jedem Haus, jeder Kirche.
Diese eindrucksvolle Stadt entstand ursprünglich auf einem Felsen. Bereits Konstantin VII. Porphyrogennetos behauptete, dass sie im 7. Jahrhundert von Flüchtlingen aus der Kolonie Epidaurus gegründet worden sei. Unter dem Patronat des Bischofs und späteren Schutzheiligen Blasius (Sveti Vlaho) überdauerte die Siedlung Belagerungen und Erdbeben. Noch heute ist Dubrovnik etwas ganz Besonderes, und alles Wissen über seine Geschichte und Renaissancekultur, über seine barocken Kirchen, seine Gesetzgebung und Wirtschaft kommt nicht an den Genuss eines Aufenthalts in seinen Mauern heran. Dubrovnik ist nach menschlichem Maß geschaffen, das jedermann ermöglichte, eine ihm angemessene Rolle in der Gemeinschaft zu übernehmen. Jahrhundertelang ließen sich die Bürger dabei von dem Wahlspruch leiten, dass das Gemeinwohl über den Privatinteressen zu stehen habe. Daher gilt Dubrovnik als der Prototyp einer Stadtgemeinschaft, die im Unterschied zu verschiedenen literarischen Utopien in hohem Maß das Ideal einer urbanen Demokratie verwirklichte. Davon zeugen noch heute seine Stadtmauer und die anmutigen Brunnen, der Fürstenpalast und das Palais Sponza, die Kreuzgänge des Franziskaner- und Dominikanerklosters, die Apotheke aus dem 14. Jahrhundert und die Bronzestatuen Zelenci, die an der Stadtuhr die Glocken der Vergänglichkeit läuten. Dubrovnik bietet bis in unsere Tage ein überaus reiches Kulturleben, besonders im Sommer, wenn das Sommertheater- und Musikfestival stattfindet und die internationale Kunstwerkstatt "Lazareti" wirkt.
Zu Dubrovnik gehört aber auch seine reizvolle Umgebung: das vorgelagerte romantische Eiland Lokrum, die Ortschaften Župa Dubrovačka und Cavtat, das an der Stelle des antiken Epidaurus entstanden ist; ferner die fruchtbare Küstenlandschaft Konavle mit ihren kleinen Orten, den malerischen Trachten und Bräuchen, und schließlich die Landzunge Prevlaka bis Kap Oštro, dem südlichsten Festlandpunkt der kroatischen Adria. Dieser relativ kleinflächige Raum bildete vormals das Universum, dessen Mittelpunkt Dubrovnik war - für damalige Verhältnisse eine wahre Metropole, in deren gesittetem Ambiente man sich mit Wissenschaft und Kunst befasste, Schifffahrt und Handel trieb und internationale Kontakte pflegte. Das kulturelle Niveau dieser einzigartigen Stadt strahlte aus bis in die entlegensten Gegenden und Inseln, ja selbst bis nach Palagruža, einem weit auf offener See liegenden Eiland, das den südlichsten Punkt der kroatischen Adriaküste darstellt.
Nur wenige Kilometer weiter südlich liegt die Neretva-Mündung, wo sich ein ganz anderes Landschaftsbild bietet. Der krasse Gegensatz zwischen Gebirge und Meer tritt hier zurück vor der Szenerie einer Sumpflandschaft: Der Blick des Betrachters folgt dem eintönigen Lauf der Neretva im ruhigen, mit Schilf bewachsenen Delta, wo die Stille nur ab und zu vom Flügelschlag der Vögel unterbrochen wird, während flache Kähne sanft über die Wasserfläche gleiten. Der hier gebräuchliche Kahntyp (kroat. trupe) wird seit Jahrhunderten im Neretva-Tal hergestellt und spielt noch heute eine wichtige Rolle im Leben an den Flussufern.
Wer die Geschichte dieses Raums kennenlernen möchte, sollte die altkroatische Kapelle St. Michael (Sveti Mihovil) in Stonsko polje aufsuchen. Dieses kleine Bauwerk weist originelle architektonische Lösungen auf und fügt sich auf äußerst harmonische Weise in die Landschaft. Obgleich es abseits der Siedlungsgebiete lag, war dieses Kirchlein mit Fresken geschmückt. Die heute erhaltenen Überreste sind die einzigen Zeugnisse frühromanischer Wandmalerei in Dalmatien. Das Erscheinungsbild der Ortschaften Mali Ston und Veliki Ston, die von der Dubrovniker Republik im 14. Jahrhundert gegründet wurden, ist von Salinen und Austernparks geprägt. Die Befestigungsmauer beider Ortschaften umschließt einen Stadtkern mit regelmäßig angelegtem Straßennetz. Diese Regelmäßigkeit steht im Widerspruch zur ungezügelten mediterranen Üppigkeit der Halbinsel Pelješac mit ihrem ausgeprägten Adriaklima. Die berühmten Weine der Halbinsel Pelješac, Postup und Dingač, sind sicherlich der beste Ertrag der reichhaltigen Naturgaben, die über die ganze Halbinsel von Hrasno über Kuna und Orebić bis nach Lovišće verteilt sind.
Auch das benachbarte Korčula kann sich kräftiger und herber Weine rühmen, zudem dichter Nadelwälder, die zum Glück auch der Feuersbrunst vor etwa zehn Jahren standhielten. Die Legende berichtet, dass Korčula seinen ursprünglichen Namen dieser dunkelgrünen Pflanzendecke verdankt. Besuchen Sie die Stadt Korčula, die St.-Markus-Kathedrale und bewundern Sie die in Familienwerkstätten entstandenen Arbeiten der Steinmetze und Baumeister. Laufen Sie den Hafen von Pupnat an, fahren Sie an Smokvice vorbei bis nach Blato, verbringen Sie einen Abend in Vela luka, fahren Sie mit dem Boot von Prižba auf eines der verstreuten kleinen Riffe… Machen Sie sich mit dem Leben dieser Insel bekannt, auf der noch heute zwei mittelalterliche Schwerttänze aufgeführt werden: die Moreška in Korčula und die Kumpanija in Blato, beide Bestandteil der geschichtlichen und folkloristischen Überlieferung.
Die Geschichte Korčulas setzt mit der Gründung einer griechischen Kolonie im 4. Jahrhundert v.Chr. ein. Davon zeugt das berühmte Psephisma (Volksbeschluss) von Lumbarda - eine Schrifttafel mit Bestimmungen zur Landaufteilung unter den griechischen Kolonisten. Bereits Anfang des 13. Jahrhunderts erhielt Korčula Stadtrechte. Man begegnet hier einer langen Tradition des gesellschaftlichen Lebens bzw. der urbanen Kultur, was auch durch die Tatsache belegt wird, dass die Stadt Korčula eigentlich zwei Mittelpunkte hatte: einen weltlichen (Rathausplatz) und einen geistlichen (Domplatz). Eine solche Aufteilung ist für das spätere europäische Mittelalter charakteristisch. Hier wurde sie, wie man sieht, in einem Inselstädtchen angewandt, das sich im kleinen Maßstab offensichtlich von denselben Kriterien leiten ließ, die für weit mächtigere europäische Städte dieser Zeit galten.
Der Ort Lastovo auf der gleichnamigen Insel zeugt auf seine Weise von der Lebenstradition im Mittelmeerraum. Der Ort liegt an einem sanften Hang, und seine Häuser entstanden im Lauf der Jahrhunderte dicht nebeneinander. Die Raumverhältnisse wurden dabei optimal genutzt: Die Gebäude erheben sich stufenartig eines über das andere, so dass man überall genügend Sonne und Luft und zudem eine gute Sicht hat. Ein weiterer Reiz Lastovos sind die zahlreichen umliegenden Inselchen, die aus dem tiefblauen Meer ragen, das an dieser Stelle eine Tiefe bis 100 Meter erreicht und jedermann einlädt, sich den Abenteuern der Schifffahrt hinzugeben.
Auf der benachbarten Insel Mljet ist die Geschichte ebenfalls allgegenwärtig. Die Legende besagt, dass Odysseus die idyllische Insel bei seinen Irrfahrten im Mittelmeer besuchte. Ob es sich wirklich so zugetragen hat, ist schwer festzustellen, aber Tatsache ist, dass man hier zahlreiche Spuren alter Kulturen findet: von illyrischen Burgruinen (Gradine) über mittelalterliche Kirchen bis hin zur größten Sehenswürdigkeit von Mljet, dem Benediktinerkloster aus dem 12. Jahrhundert, das man auf dem kleinen Inselchen im See Veliko jezero besuchen kann. Dieses Kloster wurde in späteren Jahrhunderten mehrmals umgebaut, wie dies im adriatischen Raum im Laufe der wechselvollen Geschichte gemeinhin üblich war.
Wer gern malerische Eilande für sich entdeckt, darf auf keinen Fall die Gelegenheit verpassen, auch die Elaphiten zu besuchen - eine Inselgruppe, die sich von der Halbinsel Pelješac bis nach Dubrovnik erstreckt. Hier wird man verstehen, was den Stadtadel und die angesehenen Bürger von Dubrovnik zum Bau ihrer vornehmen Sommerhäuser bewog. Die vielen hier verstreuten Sommerresidenzen bieten Einblick in den Lebensstil der einstigen Oberschicht der Dubrovniker Republik. Bei dieser Gelegenheit lohnt sich auch der Besuch des Arboretums in Trsteno, das Anfang des 16. Jahrhunderts um das Sommerhaus der Adelsfamilie Gučetić angelegt wurde. Trotz der Schäden, die im Laufe des Krieges 1991-95 sowie infolge von Waldbränden entstanden, veranschaulicht es eindrucksvoll die Lebensweise des hochherrschaftlichen Dubrovnik.
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